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Dominique Manotti Letzte Schicht Deutsch von Andrea Stephani Ariadne Krimi 1188 ISBN 978-3-86754-188-6 |
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Spannung aus der Wirklichkeit
Ein pulsierender Wirtschaftsthriller voller Knowhow, so realistisch wie romantisch, mit literarischer Raffinesse. Ein Städtchen in Lothringen, ein Tal voller stillgelegter Eisenhütten. Hier arbeitet Rolande Lepetit am Fließband einer Daewoo-Fabrik, die sich mit EU-Zuschüssen knapp über Wasser hält. Doch die Unfälle häufen sich, die Stimmung ist explosiv. Nach einem weiteren Zwischenfall geht die Belegschaft auf die Barrikaden. Plötzlich steht das Werk in Flammen! In Paris wird derweil über die Privatisierung des Elektronik- und Rüstungskonzerns Thomson entschieden. Als Matra-Daewoo grünes Licht für die Übernahme erhält, holt die Konkurrenz zum Gegenschlag aus. Ein Krisenstab soll kompromittierendes Material ausgraben, die jüngsten Ereignisse in der Daewoo-Fabrik könnten sich eignen. Also schickt man Charles Montoya nach Lothringen, einen Privatdetektiv, der mit allen Wassern gewaschen ist ... Erpressung, Manipulation, Mord die Gegner in diesem Mega-Monopoly schrecken vor nichts zurück. Lebendige Miniaturen von kleinen Leuten und skrupellosen Machern verbinden sich zu einem handfesten Wirtschaftsthriller, dessen realen Hintergrund die Machenschaften um den Verkauf des französischen Staatskonzerns Thomson bilden. Mehr Info zu den realen Fakten hier: www.welt.de/print-welt/article643074/Paris_buendelt_Ruestungsindustrie.html und hier: www.monde-diplomatique.de/pm/1996/12/13/a0258.text.name,askKiNLhS.n,30 Dominique Manotti erhielt schon mehrere Preise. Für Letzte Schicht (französ. Titel Lorraine Connection) wurde sie mit dem renommierten Duncan Lawrie International Dagger geehrt. Dabei trat sie gegen die Crème der internationalen Kriminalliteratur an: Nominiert waren neben ihr Fred Vargas, Stieg Larsson, Andrea Camilleri und Martin Suter.Dominique Manotti, mit bürgerlichem Namen Marie-Noëlle Thibault, wurde am 24. Dezember 1942 in Paris geboren. Erst mit 50 Jahren begann sie Romane zu schreiben. Sie studierte von 196066 an der Sorbonne Geschichtswissenschaften, unterrichtete danach in einem Gymnasium und wurde 1969 Assistentin für neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte im neu gegründeten Centre expérimental de Vincennes. Ihr Spezialgebiet war das 19. Jahrhundert, die Entstehung der Eisenbahn und das französische Unternehmertum dieser Zeit. Als Konsequenz ihres politischen Engagements war Manotti von 197683 als Gewerkschafterin in der CFDT aktiv und leitete deren Pariser Sektion für mehrere Jahre als Generalsekretärin. Zu Beginn der 80er Jahre beteiligte sie sich an der erfolgreichen Auseinandersetzung der türkischen Sans-Papiers im Textilviertel Sentier. Ab 1994 war sie als Maître de conférences an der Universität Paris VIII in Saint-Denis tätig. Manotti ist Historikerin und seit dem Algerienkrieg politisch engagiert. In den 1980er Jahren verschob sie aus Desillusionierung über die Politik der Mitterrand-Regierung ihr politisches Engagement in die Literatur. Romane zu schreiben ist für Dominique Manotti nur ein Wechsel des Standbeins, ihre politischen Überzeugungen fließen in ihre Romans noirs ein. Sie begreift sich als Rätekommunistin in der Tradition von Gramsci und Rosa Luxemburg. Wie viele andere Autoren des Roman noir verließ sie im Zuge der Mairevolte von 1968 die kommunistische Partei. Dominique Manottis kriminalliterarische Bezugspunkte sind nach eigener Aussage der amerikanische Schriftsteller James Ellroy, die neuzeitliche Wirtschaftsgeschichte und die 68er-Bewegung. Diese eigenwillige Kombination erklärt vielleicht ihren einzigartigen Stil mit seiner Mischung aus sachlich-journalistischer Dichte, schlaglichtartig verknappter subjektiver Form und fast schon romantischer literarischer Eleganz. Manotti auf Deutschlandtour (plus Österreich) im September 2011: Donnerstag, 15.9. Hamburg (Harbourfront, MS Bleichen)
»Ein brillantes Buch. Manotti zieht alle Register des klassischen Realismus, langsam werden die Sauereien vor unseren Augen ausgebreitet, die Anzugträger nehmen sich, was sie kriegen können und lassen, wenn's sein muss, ihre politischen Handlager im Regen stehen, und natürlich zahlen die kleinen Leute für alles, manche mit ihrem Leben.« Günther Grosser, Berliner Zeitung |
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